LinkedIn Sales Navigator: Was kostet er und lohnt er sich im IT-Vertrieb?

Diese Frage bekomme ich oft. Meist ganz am Anfang. Lohnt sich der Sales Navigator für uns? Meine Antwort: Das Werkzeug ist auf jeden Fall gut. Aber es arbeitet nicht von allein.

In diesem Ratgeber erkläre ich Ihnen die Kosten. Dann zeige ich, wann sich der LinkedIn Sales Navigator lohnt. Und wann eher nicht.

Was ist der LinkedIn Sales Navigator?

Der Sales Navigator ist das Vertriebswerkzeug von LinkedIn. Er kostet extra. Sie bekommen damit über 50 Suchfilter. Sie finden Menschen nach Branche, Firmengröße, Rolle und Region. Sie speichern Leads und Firmen in Listen. Und Sie sehen, wenn sich bei Ihren Kontakten etwas tut. Zum Beispiel ein Jobwechsel.

Für den IT-Vertrieb ist das spannend. Sie suchen ja meist ganz bestimmte Rollen. Etwa die IT-Leitung in Firmen mit 20 bis 200 Mitarbeitenden. In Bayern. Genau das findet der Sales Navigator in Minuten.

LinkedIn Sales Navigator Kosten: die Tarife

LinkedIn bietet drei Tarife an. Die Preise gelten pro Lizenz. Ich nenne die Euro-Preise, die LinkedIn selbst angibt (Stand: 2. November 2026).

  • Core: ab 120,99 € im Monat. Bei jährlicher Zahlung ab 1.088,88 € im Jahr. Gedacht für einzelne Vertriebler.
  • Advanced: ab 148,21 € im Monat. Bei jährlicher Zahlung ab 1.693,88 € im Jahr. Gedacht für Teams.
  • Advanced Plus: kein fester Preis. Er hängt von Teamgröße, CRM-Anbindung und Schulung ab. Sie fragen ein Angebot bei LinkedIn an.

Wichtig: LinkedIn nennt das Schätzungen. Die Umsatzsteuer ist eventuell nicht enthalten. Den echten Preis sehen Sie erst im Bestellprozess. Es gibt eine kostenlose Testphase. Aber nur, wenn Sie in den letzten 12 Monaten keine Probeversion hatten.

Mein Rat: Zahlen Sie erst monatlich. Testen Sie zwei, drei Monate. Wenn Sie das Werkzeug wirklich täglich nutzen, lohnt sich die Jahreszahlung.

Wann lohnt sich der Sales Navigator?

Meiner Erfahrung nach lohnt er sich auf jeden Fall, wenn drei Dinge zusammenkommen.

  1. Ihre Zielgruppe ist klar. Sie wissen, welche Rollen in welchen Firmen Sie suchen.
  2. Ihr Auftrag ist groß genug. Ein neuer Kunde bringt Ihnen deutlich mehr als die Lizenz kostet.
  3. Jemand nutzt ihn jeden Tag. Suchen, speichern, schreiben, nachfassen.

Ein Beispiel. Ein Softwarehaus verkauft Lizenzen an mittelständische Firmen. Ein Auftrag bringt mehrere zehntausend Euro. Hier zahlt sich die Lizenz schon mit einem einzigen Auftrag aus.

Wann lohnt er sich eher nicht?

Ehrlich gesagt: Ich sehe oft bezahlte Lizenzen, die keiner nutzt. Jemand bucht den Sales Navigator. Er legt ein paar Listen an. Dann fehlt die Zeit. Nach sechs Monaten ist nichts passiert.

Der Sales Navigator findet Menschen. Er spricht sie aber nicht an. Und er baut kein Vertrauen auf. Das bleibt Ihre Arbeit.

Auch bei sehr kleinen Zielgruppen brauchen Sie ihn oft nicht. Wenn Sie nur 50 Firmen kennen müssen, reicht manchmal die normale Suche.

So nutze ich den Sales Navigator in der Praxis

Ich habe jahrelang damit gearbeitet. So bin ich vorgegangen:

  • Zielgruppe sauber festlegen. Branche, Firmengröße, Region, Rolle. Lieber eng als breit.
  • Listen pflegen. Ich speichere Leads in Listen nach Thema. So verliere ich niemanden.
  • Signale nutzen. Ein Jobwechsel oder ein neuer Beitrag ist ein guter Anlass. Dann schreibe ich.
  • Persönlich antworten. Jede Antwort schreibe ich selbst.

Mein Rat: Schreiben Sie lieber 20 Menschen persönlich als 500 mit Copy-Paste. Der Sales Navigator verleitet zu großen Listen. Die Qualität entsteht aber im einzelnen Gespräch.

Typische Fehler mit dem Sales Navigator

  • Zu breite Suche. 40.000 Treffer sind keine Zielgruppe.
  • Sofort verkaufen. Die erste Nachricht ist kein Angebot.
  • Kein Nachfassen. Viele Antworten kommen erst nach der zweiten Nachricht.
  • Unklares Profil. Wer Ihre Anfrage bekommt, schaut zuerst auf Ihr Profil. Ist das unklar, sagt er Nein.
  • Masse statt Klasse. Zu viele Anfragen auf einmal fallen LinkedIn auf. Bleiben Sie bei einem gesunden Tempo.

Sales Navigator oder normales LinkedIn?

Viele fragen mich: Reicht nicht das normale LinkedIn? Für den Anfang manchmal schon. Die kostenlose Suche hat aber Grenzen. Sie haben weniger Filter. Und Sie sehen bei vielen Suchen nicht alle Treffer.

Der größte Unterschied liegt für mich in drei Punkten.

  • Filter. Sie suchen nach Firmengröße, Branche, Funktion und Dauer im Job. Das spart viel Zeit.
  • Listen. Sie behalten Leads und Firmen im Blick. Auch über Monate.
  • Hinweise. Sie sehen, wenn ein Kontakt die Stelle wechselt oder etwas postet. Das ist ein guter Anlass für eine Nachricht.

Dazu kommen InMails. Laut LinkedIn sind es 50 pro Monat. Damit schreiben Sie Menschen an, mit denen Sie nicht vernetzt sind. Ich nutze sie eher selten. Eine Vernetzung mit kurzer persönlicher Nachricht funktioniert meiner Erfahrung nach besser. Sie wirkt weniger nach Verkauf.

So rechnen Sie, ob sich die Lizenz lohnt

Eine einfache Rechnung hilft. Nehmen Sie den Jahrespreis der Lizenz. Dann fragen Sie sich: Wie viele Gespräche brauche ich für einen neuen Kunden? Und was bringt mir ein Kunde?

Ein Beispiel mit angenommenen Zahlen: Die Core-Lizenz kostet ab 1.088,88 € im Jahr. Ein neuer Kunde bringt Ihnen 20.000 €. Jedes fünfte Gespräch führt zum Auftrag. Dann reichen rechnerisch fünf gute Gespräche für einen Kunden. Die Lizenz ist damit locker bezahlt. Das ist ein Rechenbeispiel, keine Zusage.

Mein Rat: Schauen Sie nach drei Monaten genau auf Ihre Zahlen. Wie viele Gespräche hat der Sales Navigator gebracht? Sind es keine, liegt es selten am Werkzeug. Meist fehlt die Zeit oder die richtige Ansprache.

Mein Fazit

Der LinkedIn Sales Navigator ist ein starkes Werkzeug. Im IT-Vertrieb ist er meiner Erfahrung nach oft sinnvoll. Aber nur, wenn jemand ihn konsequent nutzt. Die Lizenz allein bringt keinen einzigen Kunden.

Häufige Fragen zum LinkedIn Sales Navigator

Was kostet der LinkedIn Sales Navigator?

Core kostet laut LinkedIn ab 120,99 € im Monat. Advanced ab 148,21 € im Monat. Bei jährlicher Zahlung wird es günstiger. Advanced Plus gibt es nur auf Anfrage.

Gibt es den Sales Navigator kostenlos?

Nein, er ist kostenpflichtig. LinkedIn bietet aber eine kostenlose Testphase an, wenn Sie in den letzten 12 Monaten keine hatten.

Welcher Tarif passt für mich?

Arbeiten Sie allein, reicht meist Core. Arbeiten Sie im Team, lohnt sich Advanced. Brauchen Sie eine CRM-Anbindung, fragen Sie nach Advanced Plus.

Lohnt sich der Sales Navigator für kleine Firmen?

Ja, wenn die Aufträge groß genug sind. Und wenn jemand ihn täglich nutzt.

Ersetzt der Sales Navigator die Akquise?

Nein. Er findet die richtigen Menschen. Ansprechen und überzeugen müssen Sie selbst.

Wenn Ihnen die Zeit fehlt

Viele Firmen haben den Sales Navigator schon. Was oft fehlt, ist die Zeit für die tägliche Arbeit. Genau die übernehme ich mit Managed LinkedIn Sales. Sie möchten wissen, wie das bei Ihnen aussehen könnte? Melden Sie sich gern, dann schauen wir uns das in einem kurzen Gespräch an.

Quellen